Versicherungsmakler Thomas Vetter
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Altersvorsorge

Altersvorsorge private Rentenversicherung Rüruprente Riesterrente bAVErfahren Sie hier warum Altersvorsorge so wichtig ist und ob eine private Rentenversicherung, die betriebliche Altersvorsorge (bAV), die Riester-Rente oder die Rürup-Rente für Sie die optimale Lösung bietet.

Gesetzliche Rentenversicherung

"Die Rente ist sicher!" Dieses Zitat vom ehemaligen Bundesarbeits- und -sozialminister Norbert Blüm 1986 ist wohl noch vielen bekannt. Was er damals jedoch nicht verlauten ließ: Wie hoch wird die Rente später mal sein?

Mit den Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung allein, wird es schwer werden im Alter den gewohnten Lebensstandard zu halten. Darum ist private Vorsorge wichtiger denn je. Immer häufiger hört man Schlagwörter wie Langlebigkeitsrisiko oder Altersarmut.

Warum das so ist, ist schnell erklärt: 1889 führte Reichskanzler Otto von Bismarck in Deutschland die gesetzliche Rentenversicherung ein. Primär wurde eine Rente allerdings im Falle einer Arbeitsinvalidität ausgezahlt. Eine Altersrente gab es als Sicherheitszuschuss zum Lebensunterhalt mit 70. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern im Jahr 1910 betrug 45 Jahre, die von Frauen 48 Jahre (Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales). Also die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Altersrente bezog, war eher gering.

1957 wurde unter Bundeskanzler Konrad Adenauer eine entscheidende Umstellung des Systems eingeleitet. Bismarck`s Kapitaldeckungsverfahren wurde durch das umlagefinanzierte Modell ersetzt. Es entstand der Generationenvertrag: Die Generation der Beitragszahler übernimmt die Leistungen der aktuellen Rentenempfänger. Die jetzt arbeitende Generation wiederum erhält ihre Leistungen dann von der nachfolgenden Generation.

Soweit, so gut. Das funktioniert auch prima, solange immer wesentlich mehr Beitragszahler als Leistungsempfänger vorhanden sind. Doch die Wahrheit sieht nicht so rosig aus: War das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Rentner 1957 noch 5:1 (also auf einen Leistungsempfänger kamen 5 Beitragszahler), so beträgt das Verhältnis heute 3:1 (Stand 2010). Für das Jahr 2030 wird ein 2:1 Verhälnis prognostiziert. (Quelle: Die Bundesregierung).

Die logische Konsequenz daraus: Entweder steigen die Beiträge für die einzelnen Beitragszahler, oder es sinken die Leistungen für die Rentenempfänger. Natürlich gibt es noch zwei Alternativen. Der Staat subventioniert die Renten mit mehr Steuermittel (dann fehlt dafür Geld an anderer Stelle), oder Deutschland bekommt mehr Kinder - die dann in Zukunft Beitragszahler werden.

Besser ist jedoch, wenn Sie sich nicht von gesetzlichen Änderungen abhängig machen und stattdessen Ihre Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen.

Auch die Pensionsansprüche von Beamten sind in der Vergangenheit gesunken. Die Versorgungsbezüge im Alter sind nicht mehr ausreichend um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Die nachfolgend vorgestellten Möglichkeiten gelten analog auch für Beamte. Ausnahme ist die betriebliche Altersvorsorge. Diese bleibt den Staatsdienern leider verschlossen.

Rürup-Rente / Basisrente

Die Rürup- oder Basis-Rente wurde 2005 als steuerlich begünstigte Form der privaten Altersvorsorge eingeführt. Die Beiträge zur Rürup-Rente sind als Sonderausgaben absetzbar (mindern also das zu versteuernde Einkommen). Seit 2015 wurde die Förderhöchstgrenze an den Höchstbetrag der knappschaftlichen Rentenversicherung angekoppelt und beträgt aktuell 23.362,- € (Stand 2017).
  • Leistungen müssen als Leibrenten ausgezahlt werden (also keine einmalige Kapitalabfindung)
  • Der Vertrag ist nicht beleihbar
  • Der Vertrag ist nicht veräußerbar
  • Der Vertrag ist nicht verpfändbar
  • Der Vertrag ist nicht vererbbar (Ausnahme gegen  Zusatzbeitrag wurde für den Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder eine Hinterbliebenenzusatzversorgung eingeschlossen)
  • Beginn der Rentenleistung orientiert sich am Beginn der Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (aktuell nicht vor dem 63. Lebensjahr, mit Abschlägen und abhängig vom Geburtsjahr)
Werden diese Voraussetzungen erfüllt, können die Beiträge als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Bei Arbeitnehmern werden allerdings sowohl der Arbeitgeber- als auch der Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung vom Höchstbeitrag abgezogen. Bei Beamten erfolgt ein fiktiver Abzug.

Bei Einführung der Rürup-Rente 2005 konnten 60 % der entrichteten Beiträge steuerlich geltend gemacht werden. Seitdem steigt der Prozentsatz jährlich um 2 %. 2017 sind somit 84 % und im Jahr 2025 100 % der Beiträge abzugsfähig.

Die Leistungen aus der Rürup-Rente sind bis 2040 begrenzt steuerpflichtig. Wie hoch der steuerpflichtige Anteil ist, hängt davon ab, wann der Rentenbeginn ist (Kohortenprinzip). Bei Einführung der Rürup-Rente 2005 betrug der Prozentsatz 50 %. Seitdem steigt er bis 2020 jährlich um 2 %-Punkte und dann bis 2040 um 1 % an.

Beispiel:
Sie gehen 2030 in Rente und erhalten 1.000,- € aus einem Rürup-Renten-Vertrag. Von diesen 1.000,- € sind 90 % (also 900,- €) steuerpflichtig (2005 entsprach 50 %, bis 2020 jährlich plus 2 % entspricht also 80 %, dann bis 2030 jährlich plus 1 %). Die Besteuerung erfolgt mit dem dann gültigen persönlichen Steuersatz.

Für wen eignet sich die Rürup-Rente:
Grundsätzlich gilt, je höher der persönliche Steuersatz während der Beitragszahlungsphase ist, umso interessanter ist eine Rürup-Rente. Darüber hinaus empfiehlt sich diese Form der Altersvorsoge besonders für Selbständige.

Betriebliche Altersvorsorge / bAV

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gehört ebenfalls zu den staatlich geförderten Vorsorgeformen.

Es gibt 5 Durchführungswege:betriebliche Altersvorsorge
  • Direktversicherung: Vertrag wird bei Versicherungsgesellschaft geschlossen
  • Pensionskasse: Rechtlich selbständiges Unternehmen, hinter dem ein oder mehrere Versicherungsgesellschaften stehen
  • Pensionsfonds: Rechtlich selbständige Versorgungseinrichtung
  • Pensionszusage / Direktzusage: Der Arbeitgeber bildet Rückstellungen
  • Unterstützungskasse: Eigenständiges Unternehmen, Zusage kann bei Versicherung rückgedeckt werden
Eine betriebliche Altersvorsorge kann entweder komplett durch den Arbeitgeber finanziert werden, oder in Form einer Entgeltumwandlung durch den Arbeitnehmer. Auch eine Mischform ist möglich.

Die Beiträge zur bAV sind steuer- und sozialabgabenfrei. Der Höchstbeitrag sind 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung - 2017 bedeutet dies einen Höchstbeitrag von 254,- € monatlich. Darüber hinaus können noch bis zu 150,- € monatlich steuerfrei angespart werden, sofern noch keine Direktversicherung nach § 40 b EStG besteht.

Auf die Entgeltumwandlung besteht ein Rechtsanspruch. Das heißt: Der Arbeitgeber muss dem Wunsch nach bAV durch Entgeltumwandlung zustimmen. Er kann jedoch den Durchführungsweg bzw. die Gesellschaft bestimmen.

Zum begünstigten Personenkreis einer betrieblichen Altersvorsorge zählen sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmern, also Angestellte, Arbeiter, Auszubildende und Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH, sowie Vorstandsmitglieder einer AG.

Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge unterliegen der nachgelagerten Besteuerung, dies bedeutet sie sind im Rentenbezug voll steuerpflichtig. Darüber hinaus fallen unter Umständen auch Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge bei gesetzlich Versicherten an.

Für wen eignet sich die bAV:
Alle die zum begünstigten Personenkreis gehören sollten die Vorteile einer bAV nutzen. Ausnahme: Arbeitnehmer, die vorhaben in nächster Zeit den Arbeitgeber zu wechseln. Dann lieber warten bis man im neuen Job ist.

Riester Rente

Die Riester-Rente wurde durch das Altersvermögensgesetz (AVmG) 2002 eingeführt. Es handelt sich dabei um eine Altersvorsorge die durch staatliche Zulagen gefördert wird. Doch um eines vorweg gleich klarzustellen: Die Riester Rente alleine, reicht nicht als Altersvorsorge. Dafür war sie auch niemals gedacht. Anlass für die Riester-Rente war die Rentenreform 2000/2001. Hierbei wurde das Netto-Rentenniveau für den sogenannten Eckrentner (45 Jahre Beitragszahlung in die Sozialversicherung) von 70 % auf 67 % reduziert. Dieses Absinken des Rentenniveaus soll durch die Riester-Rente aufgefangen werden.

Wer hat Anspruch auf die Riester-Rente:
  • rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer
  • rentenversicherungspflichtige Selbständige
  • Pflichtversicherte Landwirte
  • Bezieher von Arbeitslosengeld (auch ALG II) oder Krankengeld
  • nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen
  • geringfügig Beschäftigte die sich nicht von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreien ließen
  • Bezieher von Vorruhestandsgeld, vollständig erwerbsgeminderte oder dienstunfähige Personen
  • Beamte, Richter, Soldaten
  • Kindererziehende
Alle diese Personen sind unmittelbar zulagenberechtigt und haben Anspruch auf die staatliche Förderung. Darüber hinaus gibt es noch die sogenannten mittelbar Zulagenberechtigten. Dies sind Ehepartner von unmittelbar Zulagenberechtigten. Also z.B. der Selbstständige, oder die Hausfrau der/die mit einem rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer verheiratet ist.

Keinen Anspruch auf Riester Förderung haben:
  • Selbständige die nicht rentenversicherungspflichtig sind
  • Pflichtversicherte in berufsständischen Versorgungswerken (z.B. Apotheker, Ärzte, Architekten usw.)
  • Geringfügig Beschäftigte die der Rentenversicherungspflicht widersprochen haben
  • Altersrentner
  • Bezieher einer Rente wegen teilweise verminderter Erwerbsfähigkeit
  • Studenten
Diese Personen haben nur als mittelbar Zulagenberechtige Anspruch auf die Förderung.

Eine staatliche Förderung gibt es gleich in doppelter Weise:
  • Zulagen - Grundzulage von 154,- € p.a.; für alle kindergeldberechtigten Kinder eine Kinderzulage von 185,- € bzw. 300,- € (für ab 01.01.2008 geborene Kinder) und einen einmaligen Berufseinsteiger-Bonus von 200,- €, wenn der Riester-Sparer das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
  • Sonderausgabenabzug - Eigenbeitrag und Zulagen können bis zu einem Betrag von 2.100,- € p.a. als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Ergibt sich dadurch eine höhere Steuerersparnis als Zulagen geflossen sind, gibt es im Rahmen der Einkommensteuererklärung einer Steuerrückerstattung in Höhe der Differenz.
Um in den Genuß der vollen Förderung zu kommen, muss ein Beitrag in Höhe von 4 % des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens abzüglich der Zulagen in einen Riester-Vertrag einbezahlt werden. Mindestens jedoch 60,- € p.a. (Sockelbeitrag).

Dazu zwei Beispiele:
  • Single, Angestellter, Bruttoeinkommen des Vorjahres 30.000,- €; Berechnung: 30.000 x 4 % = 1.200,- € abzüglich 154,- € Grundzulage = 1.046,- € p.a. Eigenbeitrag
  • Paar, Mann Angestellter mit 45.000,- € Einkommen, Frau Hausfrau, zwei Kinder geboren 01.01.2007 und 01.01.2008; Berechnung Mann: 45.000 x 4 % = 1.800,- €  abzüglich 154,- € Grundzulage abzüglich 485,- € Kinderzulagen (185,- € + 300,- €) = 1.161,- € Eigenbeitrag. Die Kinderzulagen werden nur zur Berechnung des Eigenbeitrages berücksichtigt. Die Kinderzulage selbst in Höhe von 485,- € wird i.d.R. dem Vertrag der Ehefrau gutgeschrieben. Berechnung Frau: Einkommen 0,- € davon 4 % = 0,- € abzüglich 154,- € Grundzulage = -154,- €, mindestens aber 60,- € p.a. (Sockelbeitrag).
Der Single aus Beispiel 1 profitiert neben der Zulage noch vom Sonderausgabenabzug und hat mit einer Steuerrückerstattung zu rechnen, da die Steuerersparnis aus 1.200,- € (Beitrag + Zulage) höher sein dürfte als die erhaltene Zulage von 154,- €. Bei Beispiel 2 werden die Kinderzulagen vom Eigenbeitrag des Mannes abgezogen. Die Kinderzulagen selbst fließen jedoch in den Riestervertrag der Frau. Da diese kein eigenes Einkommen hat ist sie mittelbar förderberechtigt und muss lediglich den Sockelbeitrag in ihren Vertrag einzahlen.

Ist die Einzahlung niedriger als 4 % der Vorjahreseinkommens, wird die Zulage im gleichen Verhältnis gekürzt. Über einen Riestervertrag kann frühestens zum 62. Lebensjahr verfügt werden. Die Leistungen unterliegen - wie die bAV - der nachgelagerten Besteuerung. Die Leistung wird als lebenslange Leibrente erbracht, wobei bis zu 30 % des Guthabens als Einmalzahlung ausgezahlt werden können.

Die vorzeitige Kündigung eines Riester-Vertrages hat zur Folge, dass die erhaltenen Zulagen und evtl. Steuervorteile zurück bezahlt werden müssen. Bei einem finanziellen Engpass ist eine Beitragsfreistellung die bessere Wahl. Bei Tod des Riester-Sparers wird das Guthaben aus dem Vertrag auf den Vertrag des Ehepartners übertragen (sofern es einen Ehepartner gibt und dieser auch über einen Riestervertrag verfügt). Ansonsten erfolgt ebenfalls eine Rückzahlung der Zulagen und Steuervorteile.

Für wen eignet sich die Riester-Rente:
  • Gutverdienende Singles wegen der zusätzlichen Steuerersparnis
  • Alleinerziehende mit geringem Einkommen wegen des geringen Eigenbeitrags und der hohen Zulagen
  • Auszubildende, da hier bereits mit geringen Eigenbeitrag ein Grundstein für die spätere Altersvorsorge gelegt wird
  • Familien mit Kinder wegen der hohen Zulagen
Paare ohne Kinder, bei denen beide berufstätig sind fahren mit einer Rürup-Rente evtl. besser.

Private Rentenversicherung

Die private Rentenversicherung löste weitgehend die bis 2005 bevorzugte Kapitallebensversicherung ab. Hintergrund ist, dass mit Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes (AltEinkG) zum 01.01.2005, für neu abgeschlossene Kapitallebensversicherungen, die steuerfreie Auszahlung entfiel. Seit diesem Zeitpunkt ist aus steuerlicher Sicht die Rentenversicherung interessanter als die Kapitallebensversicherung.

AltersvorsorgeStatt einer komplett steuerfreien Auszahlung, werden einmalige Kapitalleistungen aus einer Kapitallebensversicherung (oder Rentenversicherung) nur noch steuerlich begünstigt behandelt. Die Voraussetzungen dafür sind, dass die Laufzeit mindestens 12 Jahre beträgt und die Leistung nicht vor dem 62. Lebensjahr erfolgt. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so unterliegen nur die Hälfte der Erträge der Steuerpflicht. Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, fällt auf die gesamten Erträge 25 % Abgeltungssteuer an.

Beispiel:
Zu Ihrem 67. Lebensjahr erhalten Sie aus einer Kapitallebensversicherung 100.000,- €. Der Vertrag lief mindestens 12 Jahre und insgesamt haben Sie über die gesamte Laufzeit 50.000,- € selbst einbezahlt. 50.000,- € sind demnach also Ihre Erträge. Daraus die Hälfte entspricht 25.000,- €. Bei einem angenommenen Steuersatz von 20 % fallen somit 5.000,- € Steuern an.

Erfolgt die Auszahlung der Leistung in Form einer lebenslangen Rente (Leibrente) - wie es bei Rentenversicherungen üblich ist -, so ist nur der sogenannte Ertragsanteil steuerpflichtig. Die Höhe des Ertragsanteil richtet sich nach dem Alter des erstmaligen Leistungsbezugs. Mit 67 Jahren zum Beispiel beträgt der Ertragsanteil 17 %.

Auch hierzu ein Beispiel:
Zu Ihrem 67. Lebensjahr erhalten Sie aus einer privaten Rentenversicherung lebenslang eine monatlich Rente in Höhe von 1.000,- €. Daraus sind 170,- € (17 % Ertragsanteil) steuerpflichtig. Bei einem angenommenen Steuersatz von 20 % fallen somit 34,- € Steuer an.

Sie merken den Unterschied. Durch die Besteuerung des Ertragsanteils ist die private Rentenversicherung in der Leistungsphase die attraktivste Altersvorsorgeform. Dafür gibt es während der Beitragszahlungsdauer keinerlei steuerlichen Vorteile oder staatliche Förderungen. Eine steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge ist mit Einführung des Alterseinkünftegesetzes 2005 ebenfalls entfallen.

Die meisten privaten Rentenversicherungen haben auch ein Kapitalwahlrecht. Das bedeutet anstelle einer lebenslangen Rente können Sie sich das Guthaben auch auf einmal auszahlen lassen. Dann erfolgt die steuerliche Behandlung allerdings genauso wie oben bei der Kapitallebensversicherung beschrieben.

Im wesentlichen können Sie aus 3 Möglichkeiten wählen:
  • Klassische private Rentenversicherung: Neben einer Garantieverzinsung von aktuell 0,9 % werden Sie an den Überschüssen des Versicherungsunternehmens beteiligt. Sicherste Form der Altersvorsorge.
  • Fondsgebundene Rentenversicherung: Der Sparanteil Ihres Beitrages wandert in einen oder mehrere Investmentfonds. Eine Garantie gibt es nicht, Sie haben höhere Renditechancen, tragen aber auch das Verlustrisiko.
  • Variable Annuities: Vom Prinzip eine fondsgebundene Rentenversicherung; allerdings mit Garantie. Sicherheit einer klassischen Rentenversicherung mit Renditechancen einer fondsgebundenen Rentenversicherung. Die Garantie greift i.d.R. jedoch erst bei Vertragsablauf, nicht bei vorzeitiger Kündigung.
Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Varianten, die jedoch alle mehr oder weniger auf die eben genannten aufbauen. Nahezu jede Versicherungsgesellschaft versucht immer neuere, innovativere Produkte auf den Markt zu bringen.

Gerne helfe ich Ihnen bei der Auswahl der Altersvorsorge, die am besten zu Ihnen und Ihrem Anlageverhalten paßt. Nehmen Sie mit mir Kontakt auf.

Glossar zur Altersvorsorge

Ablaufleistung: Der Betrag, der bei Ablauf einer privaten Rentenversicherung zur Verfügung steht.

Aktueller Rentenwert: Dies ist der Wert eines Entgeltpunktes in der gesetzlichen Rentenversicherung. Ab 01.07.2016 beträgt er 30,45 €.

Altersvorsorge: Alle Maßnahmen, die ergriffen werden, um im Alter seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Anrechnungszeiten: Zeiten in denen keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt werden, die aber dennoch bei den Wartezeiten angerechnet werden. Z.B. Zeiten wegen Krankheit, Mutterschaft, Arbeitslosigkeit etc.

Arbeitsentgelt: Daraus berechnet sich der Beitrag für die gesetzliche Rentenversicherung (Bruttoeinkommen).

Aufschubzeit:
Hierunter versteht man in der privaten Rentenversicherung die Zeit zwischen Vertragsbeginn und Beginn der Rentenzahlung.

Beitragsbemessungsgrenze (BBG): Höchstbetrag, bis zu dem Arbeitsentgelt bei der Berechnung des Beitrags berücksichtigt wird. Für 2017 ist die BBG zur gesetzlichen Rentenversicherung 6.350,- € / Monat (alte Bundesländer). Einkommen das darüber hinaus geht, bleibt bei der Beitragsberechnung unberücksichtigt.

Beitragsbemessungsgrundlage: Für Arbeitnehmer i.d.R. das Arbeitsentgelt, für Selbständige, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, die Bezugsgröße.

Beitragsfreie Zeiten: Zeiträume in denen keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden. Hauptsächlich Anrechnungs-, Ersatz- und Zurechnungszeiten.

Beitragsgeminderte Zeiten: Dies sind Monate, die in der gesetzlichen Rentenversicherung sowohl mit Beitragszeiten als auch mit einer Anrechnungszeit, Ersatzzeit oder Zurechnungszeit belegt sind.

Beitragsrückgewähr: In der privaten Rentenversicherung kann vereinbart werden, dass bei Tod vor Rentenbeginn, die eingezahlten Beiträge an die Hinterbliebenen ausbezahlt werden.

Beitragssatz: Aktuell beträgt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung 18,7 % (Stand 2016).

Beitragszahlungsdauer: Der Zeitraum für den bei einer privaten Rentenversicherung die Beitragszahlung vereinbart wurde.

Beitragszeiten: Zeiten für die Pflichtbeiträge oder freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden.

Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Wird geregelt in § 1 des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG) und gehört zur 2. Schicht der Altersvorsorge. Beiträge zu einer bAV sind bis zu einer Höchstgrenze von 4 % der BBG zur gesetzlichen Renten- versicherung steuer- und sozial- abgabenfrei.

Berücksichtigungszeiten: Ein Begriff aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Dies ist die Zeit der Erziehung eines Kindes bis zum 10. Lebensjahr.

Bezugsgröße: Durchschnittsbruttoeinkommen aller gesetzlich rentenversicherter im vorvergangenen Jahr. Wichtiger Wert in der Sozialversicherung. 2017 ist die Bezugsgröße 2.975,- € / Monat (alte Bundesländer).

Bezugsrecht: Legt fest, wer der Begünstigte einer Versicherungsleistung ist.

Deckungskapital: Der Wert den ein (Renten-) Versicherungsvertrag zu einem bestimmten Zeitpunkt hat.

Durchschnittseinkommen: Das durchschnittliche Bruttoeinkommen aller gesetzlich rentenversicherter im aktuellen Jahr. Wurde vorläufig für das Jahr 2017 auf 37.103,- € veranschlagt. Nicht zu verwechseln mit der Bezugsgröße!

Eckrentner: Statistisch erfundene Person, die 45 Jahre lang
in die deutsche Rentenversicherung einzahlte und dabei stets das Durchschnittseinkommen erzielte.

Ersatzzeiten: Bezeichnet man Zeiten in denen keine Beitragszahlung in die gesetzliche Rentenversicherung erfolgte, weil der Versicherte daran gehindert war. Z.B. durch Kriegsgefangenschaft, NS-Verfolgung, Flucht und politische Haft in der DDR. Diese Zeiten werden für die Wartezeit und Rentenberechnung berücksichtigt.

Ertragsanteil: Dies ist der steuerpflichtige Teil einer Rente. Die Höhe richtet sich nach dem Alter bei Erstbezug der Rente. Bei Erstbezug einer Rente mit 50 beträgt der Ertragsanteil z.B. 30 %, bei Erstbezug mit 67 ist der Ertragsanteil nur noch 17 %.

Freibetrag bei Einkommensan- rechnung: Gibt an bis zu welcher Höhe (eigenes) Einkommen bei Bezug einer Rente nicht angerechnet wird. Der Freibetrag ist abhängig von der Rentenart, z.B. Witwen-, Witwer-, Waisenrente, Erwerbsminderungsrente, vorzeitige Altersrente.

Generationenvertrag: Darauf stützt sich die gesetzliche Rentenversicherung. Die jüngere (arbeitende) Generation zahlt mit ihren Beiträgen die Leistungen der heutigen Rentner und erhält ihre Rentenleistung von der folgenden arbeitenden Generation.

Gesetzliche Rentenversicherung (GRV): Teil des Sozialversicherungs- systems in Deutschland. Bietet die Leistungen Renten wegen Alters, Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und Renten wegen Todes.

Grundsicherung: Ist der Rentenanspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu gering, gibt es die Möglichkeit die Grundsicherung zu beantragen.


Höchstbeitrag: Der Beitrag, der maximal in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt werden kann. Er ist abhängig vom jeweils gültigen Beitragssatz und der BBG. 2017 beträgt er 1.187,45 € pro Monat.

Kapitaldeckungsverfahren: Der Sparanteil aus dem Beitrag wird am Kapitalmarkt angelegt und für jeden einzelnen Versicherten ein Deckungskapital gebildet. Dieses steht dann für die zu zahlenden Leistungen zur Verfügung.

Mindestbeitrag: Der Beitrag. der mindestens in die gesetzliche oder eine private Rentenversicherung einbezahlt werden muss. In der GRV beträgt er für freiwillig Versicherte aktuell 84,15 € monatlich. Bei der privaten Rentenversicherung ist der Mindestbeitrag gesellschaftsabhängig und beläuft sich meist auf 20,- € bis 30,- € monatlich.

Mindestrente: In der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es keine Mindestrente ggf. besteht Anspruch auf die Grundsicherung. In der privaten Rentenversicherung liegt die Mindestrente je nach Gesellschaft i.d.R. bei 25,- € bis 50,- €. Wird die Mindestrente nicht erreicht, erfolgt eine einmalige Kapitalauszahlung (nur bei privater Rentenversicherung).

Persönliche Entgeltpunkte: Wichtiger Bestandteil zur Berechnung der Rentenhöhe in der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer ein Einkommen hat, das genau dem Durchschnittseinkommen entspricht, erhält einen Entgeltpunkt (im Jahr). Ist der Verdienst nur halb so hoch, gibt es nur 0,5 Entgeltpunkte. Die Summe aller angesammelter Entgeltpunkte werden für die Berechnung der Rente berücksichtigt.

Pflichtversicherung: In der gesetzlichen Rentenversicherung sind neben Arbeitnehmern auch einige Selbständige (z.B. Handwerker, Schein-Selbständige) pflichtversichert. Außerdem Auszubildende, nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen, Bezieher von Kranken-, Verletzten-, Übergangs-, Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe u.a.

Private Rentenversicherung: Altersvorsorgevertrag der bei einem privaten Versicherungsunternehmen abgeschlossen wird. Gegen eine Beitragszahlung wird zu einem vorher vereinbarten Zeitpunkt eine lebenslange Rentenleistung erbracht. Anstelle einer Rentenzahlung kann auch eine einmalige Kapitalzahlung gewählt werden.

Rechnungszins: Dies ist die Garantieverzinsung privater Versicherungsunternehmen für einen  Altersvorsorgevertrag. Aktuell beträgt er 0,9 %.

Regelaltersrente: Alle ab 1963 geborene haben mit Vollendung des 67. Lebensjahres Anspruch auf die Regelaltersrente, wenn sie die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben.

Regelbeitrag: Dies ist der Beitrag, den ein Selbständiger, der rentenversicherungspflichtig ist, zu bezahlen hat. Er beträgt aktuell 556,33 € monatlich (alte Bundesländer, Stand 2017).

Rentenabschlag: So bezeichnet man Abschläge in der GRV, die vorgenommen werden, wenn Altersrenten beansprucht werden, bevor Anspruch auf die Regelaltersrente besteht.  Die Abschläge betragen 0,3 % pro Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme, bis zu 14,4 %.

Rentenartfaktor: Wird für die Berechnung der Rentenhöhe in der gesetzlichen Rentenversicherung benötigt. Ein festgelegter Faktor, der abhängig von der jeweiligen Rentenart ist. Für Renten wegen Alters z.B. beträgt der Faktor 1,0. Bei Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung ist der Faktor 0,5.

Rentenformel: Daraus ergibt sich die Höhe der monatlichen Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie lautet:
Persönliche Entgeltpunkte x Zugangs- faktor x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert.

Rentengarantiezeit: Gibt es nur in der privaten Altersvorsorge. Grundsätzlich erfolgt die Rentenzahlung lebenslang. Sofern vereinbart, erhalten bei Tod die Hinterbliebenen für die restliche Dauer der  Rentengarantiezeit die Leistungen weiterhin ausbezahlt.

Rentenrechtliche Zeiten: Alle Zeiten die sich auf den Rentenanspruch und die Rentenhöhe in der GRV auswirken. Dazu zählen Beitragszeiten, beitragsfreie Zeiten, Berücksichtigungszeiten.

Riester-Rente: Staatlich geförderte zusätzliche Altersvorsorge. Die Förderung wird in Form von Zulagen und einem zusätzlichen Sonderausgabenabzug erbracht.

Rürup-Rente: Auch Basisrente genannt. Die Beiträge sind bis zu einer Höchstgrenze steuerlich absetzbar. Die Rentenleistung unterliegt der nachgelagerten Besteuerung.

Sicherungsvermögen: Die gesamten Vermögenswerte eines Versicherers, die den Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten dienen.

Sterbetafel: Dient privaten Versicherern zur Kalkulation. Gibt für jedes Eintrittsalter an, wie hoch die Lebenserwartung ist.

Teilrente: Die Altersrente (GRV) kann anstelle einer Vollrente auch als Teilrente in Anspruch genommen werden. Je nach Hinzuverdienst, wird dann ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel der Vollrente ausbezahlt.

Überschussbeteiligung: Bei einem privaten Altersvorsorgevertrag erhält der Versicherte neben dem Rechnungszins auch eine  Überschussbeteiligung. Überschüsse sind erwirtschaftete Gewinne eines Versicherungsunternehmens. Sie entstehen durch Kapitalanlage (Zinsüberschuss), aber auch wenn das Unternehmen weniger Risikoausschüttungen (z.B. Todesfallleistungen) vornehmen muss (Risikoüberschuss) oder die Kosten geringer ausfallen als kalkuliert (Kostenüberschuss).

Umlageverfahren: Die laufenden Beitragseinnahmen werden für die laufenden Rentenzahlungen verwendet (siehe auch Generationenvertrag).

Versorgungslücke: So wird die Differenz zwischen den aktuellen Einnahmen und den zu erwartenden Einkünften im Alter genannt.

Wartezeiten: Um Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung in Anspruch nehmen zu können, müssen bestimmte Wartezeiten erfüllt sein. Die allgemeine Wartezeit beträgt 5 Jahre. Solange müssen mindestens in die GRV Beiträge eingezahlt worden sein, um überhaupt einen Anspruch zu haben. Darüber hinaus gibt es noch weitere Wartezeiten, zum Beispiel:
15 Jahre (bei Altersrente wegen Arbeitslosigkeit), 35 Jahre (Altersrente für Schwerbehinderte), 45 Jahre (Altersrente für besonders langjährig Versicherte) und noch weitere.

Zugangsfaktor: Bei Erreichen der Regelaltersgrenze (67 Jahre) beträgt der Zugangsfaktor 1,0. Wird früher die Altersrente beantragt, ist der Faktor entsprechend kleiner, bei späterer Beantragung größer.

Zurechnungszeit: Bei verminderter Erwerbsfähigkeit, wird die Zeit vom Eintritt der Erwerbsminderung bis zum 62. Lebenjahr als Zurechnungszeit angerechnet.


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